Warum wird die Lipödem-Liposuktion meist auf mehrere Sitzungen verteilt?

Warum wird die Lipödem-Liposuktion meist auf mehrere Sitzungen verteilt?

Viele Patientinnen wünschen sich verständlicherweise, alle betroffenen Bereiche möglichst in einer einzigen Operation behandeln zu lassen. Bei einem ausgeprägten Lipödem betrifft die Fettvermehrung jedoch häufig mehrere große Regionen – beispielsweise Ober- und Unterschenkel sowie die Vorder-, Innen- und Rückseiten der Beine.

Eine Aufteilung auf mehrere Sitzungen bedeutet nicht, dass die Behandlung unnötig verlängert wird. Sie dient einer möglichst schonenden, sicheren und präzisen operativen Planung.

Unterschiedliche Regionen benötigen eine gezielte Behandlung

Die Beine werden nicht einfach als eine einzige zusammenhängende Zone betrachtet. Jede Region weist eine andere Form, Gewebebeschaffenheit und Nähe zu empfindlichen Strukturen auf.

Je nach Befund können beispielsweise folgende Bereiche getrennt behandelt werden:

  • Unterschenkel;
  • Oberschenkelvorderseiten;
  • Oberschenkelinnenseiten;
  • Oberschenkelrückseiten;
  • Knie- und Hüftregion.

Durch eine gezielte Aufteilung kann jede Zone sorgfältig behandelt und die Körperkontur harmonisch aufgebaut werden.

Begrenzung von Operationsdauer und Belastung

Bei einer Liposuktion werden zunächst größere Mengen Tumeszenzlösung in das Gewebe eingebracht. Anschließend wird das betroffene Fettgewebe möglichst gleichmäßig und gewebeschonend abgesaugt.

Je mehr Regionen in einer Sitzung behandelt werden, desto länger dauert die Operation und desto größer sind unter anderem Flüssigkeitsverschiebungen, Blutverlust und die körperliche Belastung während der Erholungsphase. Auch das mögliche Absaugvolumen ist begrenzt: Die aktuelle S2k-Leitlinie empfiehlt ein maximales Aspirationsvolumen von 10 % des Körpergewichts pro Eingriff. Bei ausgedehnten Befunden ist es deshalb häufig weder sinnvoll noch leitliniengerecht, alle betroffenen Regionen in einer einzigen Operation zu behandeln.

Gleichmäßigkeit ist wichtiger als maximale Absaugmenge

Das Ziel ist nicht, in einer einzigen Operation möglichst viel Fettgewebe zu entfernen. Entscheidend sind eine gleichmäßige Reduktion, eine möglichst harmonische Kontur und der schonende Umgang mit Haut, Bindegewebe und Lymphgefäßen.

Eine zu umfangreiche Behandlung kann außerdem die postoperative Mobilität erschweren. Nach einer begrenzten Behandlung einzelner Zonen können Patientinnen meist früher wieder aufstehen und sich regelmäßig bewegen.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?

Die genaue Anzahl hängt unter anderem ab von:

  • Ausprägung und Verteilung des Lipödems;
  • betroffenen Körperregionen;
  • Körpergröße und Umfang der Beine;
  • Haut- und Gewebebeschaffenheit;
  • Begleiterkrankungen;
  • geplantem Operationsumfang.

Bei leichteren Befunden können zwei Sitzungen ausreichen. Bei ausgeprägteren Veränderungen der gesamten Beine können drei oder mehr Eingriffe sinnvoll sein. Sind zusätzlich die Arme betroffen, werden diese meist separat geplant.

Zwischen den Operationen benötigt das Gewebe ausreichend Zeit zur Abschwellung und Heilung. Erst danach kann das Ergebnis der behandelten Region zuverlässig beurteilt und die nächste Sitzung präzise geplant werden.

Individuelle Operationsplanung in Linz

Im Rahmen der persönlichen Untersuchung werden alle betroffenen Regionen beurteilt und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Dabei wird erklärt, welche Bereiche gemeinsam operiert werden können, wie viele Sitzungen voraussichtlich erforderlich sind und in welchen Abständen diese sinnvoll sind.

Bei Interesse an einer operativen Behandlung des Lipödems können Sie einen persönlichen Beratungstermin in meiner Ordination in Linz vereinbaren.