Lipödem an den Armen – häufig übersehen
Lipödem an den Armen – häufig übersehen
Beim Lipödem denken viele Menschen zunächst an schmerzhafte und disproportional kräftige Beine. Die Erkrankung kann jedoch auch die Arme betreffen. Besonders Veränderungen an den Oberarmen werden häufig lange als gewöhnliche Fettverteilung, Gewichtszunahme oder erschlaffte Haut interpretiert.
Entscheidend ist nicht nur der Umfang der Arme. Typisch ist vielmehr die Kombination aus einer beidseitigen Fettvermehrung und Beschwerden wie Druckschmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder einem Schwere- und Spannungsgefühl.
Welche Symptome können auftreten?
Ein Lipödem betrifft die Arme üblicherweise symmetrisch. Häufig sind zunächst die Oberarme betroffen, bei stärkerer Ausprägung können sich die Veränderungen auch auf die Unterarme ausdehnen. Die Hände bleiben meist ausgespart.
Mögliche Hinweise sind:
- auffällig kräftige Oberarme im Verhältnis zum Oberkörper;
- Schmerzen bei Druck oder Berührung;
- Schwere- oder Spannungsgefühl;
- erhöhte Neigung zu blauen Flecken;
- Beschwerden durch enge Kleidung;
- kaum Veränderung der Arme trotz Gewichtsabnahme.
Nicht jede Fettvermehrung an den Armen ist automatisch ein Lipödem. Das äußere Erscheinungsbild allein reicht für die Diagnose nicht aus.
Lipödem oder gewöhnliche Fettverteilung?
Bei einer allgemeinen Gewichtszunahme nimmt das Fett meist auch am Rumpf zu. Das Gewebe verursacht normalerweise keine ausgeprägten Druckschmerzen.
Beim Lipödem stehen dagegen eine disproportionale Fettverteilung und körperliche Beschwerden im Vordergrund. Auch eine reine Hauterschlaffung, etwa nach einer größeren Gewichtsabnahme, muss davon unterschieden werden.
Mehrere Veränderungen können gleichzeitig vorliegen. So kann eine Patientin sowohl ein Lipödem als auch Übergewicht oder einen zusätzlichen Hautüberschuss haben. Deshalb ist eine individuelle Untersuchung wichtig.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die konservative Behandlung orientiert sich vor allem an den Beschwerden. Eine individuell angepasste Kompressionsversorgung kann das Schwere- und Spannungsgefühl sowie die Druckempfindlichkeit reduzieren. Sie entfernt das vermehrte Fettgewebe jedoch nicht.
Regelmäßige Bewegung und ein stabiles Körpergewicht sind ebenfalls sinnvoll. Sie können das Lipödem zwar nicht vollständig beseitigen, unterstützen aber die allgemeine Gesundheit und Beweglichkeit.
Wenn trotz konservativer Maßnahmen weiterhin relevante Schmerzen oder Einschränkungen bestehen, kann eine Liposuktion erwogen werden. Dabei wird das betroffene Fettgewebe möglichst gewebeschonend reduziert. Je nach Ausprägung können beide Arme in einer Sitzung behandelt werden; bei umfangreicheren Befunden kann eine Aufteilung sinnvoll sein.
Liposuktion oder Oberarmstraffung?
Eine Liposuktion und eine Oberarmstraffung behandeln unterschiedliche Probleme.
Bei der Liposuktion wird vor allem das schmerzhafte Fettgewebe reduziert. Bei einer Oberarmstraffung wird überschüssige Haut entfernt, beispielsweise nach einer stärkeren Gewichtsabnahme.
Wenn sowohl ein Lipödem als auch ein deutlicher Hautüberschuss bestehen, muss die operative Vorgehensweise individuell geplant werden.
Persönliche Beratung in Linz
Ob tatsächlich ein Lipödem der Arme vorliegt, kann nicht allein anhand von Fotos oder des Armumfangs beurteilt werden.
Im Rahmen einer persönlichen Untersuchung werden Beschwerden, Fettverteilung, Hautqualität sowie mögliche Veränderungen an den Beinen berücksichtigt. Anschließend können konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten individuell besprochen werden.
Bei Verdacht auf ein Lipödem an den Armen können Sie einen Beratungstermin in meiner Ordination in Linz vereinbaren.