Lipödem – medizinische Behandlung
Chronische Erkrankung mit klaren diagnostischen und therapeutischen Kriterien

Ein Lipödem ist mehr als nur eine ästhetische Herausforderung – es kann Schmerzen, Spannungsgefühle und Bewegungseinschränkungen mit sich bringen. Trotz Sport und gesunder Ernährung bleiben die Fettansammlungen an Beinen, Hüften und Armen oft bestehen und belasten Betroffene im Alltag.

Mit einer Fettabsaugung (Liposuktion) können Beschwerden gelindert und die Körperproportionen harmonisiert werden. So gewinnen Sie nicht nur an Beweglichkeit, sondern auch an neuer Lebensqualität und Wohlbefinden.

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Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine schmerzhafte, disproportionale symmetrische Fettgewebsvermehrung der Extremitäten, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Studien zufolge erkranken ca. 6 – 18 % aller Frauen weltweit an einem Lipödem. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die nur Arme und Beine betrifft. Füße und Hände sind nicht betroffen.

Im Unterschied zu einem Lymphödem ist die Schwellung bei einem Lipödem symmetrisch. Typisch für ein Lymphödem ist eine einseitige, asymmetrische Schwellung.

Das Lipödem ist oft mit Adipositas verbunden, aber nicht durch Adipositas verursacht.

Das Lipödem ist auch als Reiterhosensyndrom, Lipalgie, Adiposalgie, Adipositas dolorosa, Lipomatosis dolorosa der Beine, schmerzhaftes Säulenbein oder schmerzhaftes Lipödemsyndrom bekannt.

 

Lipödem Symptome erkennen: Anzeichen & Selbsttest

Informationen zu häufigen Anzeichen, Beschwerden und einem Selbsttest zur ersten Orientierung:

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Lipödem und Adipositas – ein wesentlicher Unterschied

Im Alltag werden Lipödem und Adipositas häufig vermischt. Für die richtige Therapie ist jedoch entscheidend, ob die Beschwerden eher zu einem Lipödem, zu Übergewicht/Adipositas – oder zu einer Kombination beider Faktoren passen.

Typische Hinweise auf Adipositas:

 –  eher gleichmäßige Gewichtszunahme am gesamten Körper (inkl. Rumpf)

 –  Beschwerden stehen eher in Zusammenhang mit Gewicht/Belastung, nicht mit Druckschmerz des Gewebes

 –  keine typische Hämatomneigung als Leitsymptom

Häufig liegen Lipödem und Adipositas auch kombiniert vor. Eine fachärztliche Abklärung hilft, die Situation korrekt zu beurteilen und ein passendes Behandlungskonzept festzulegen.

Warum Diäten beim Lipödem häufig nicht ausreichend wirken

Wenn ein Lipödem vorliegt – allein oder in Kombination mit Adipositas – stößt eine reine Gewichtsreduktion häufig an klare Grenzen. Zwar kann eine Diät zu einer allgemeinen Gewichtsabnahme führen, das krankhaft veränderte Fettgewebe in den betroffenen Arealen reagiert jedoch oft nur eingeschränkt darauf.

Typisch ist, dass sich der Rumpf im Rahmen einer Diät deutlich verändert, während Beine oder Arme im Verhältnis weiterhin unverändert bleiben. Die Disproportion kann dadurch sogar stärker wahrgenommen werden. Auch die für das Lipödem typischen Beschwerden wie Druckschmerz oder Spannungsgefühl bessern sich durch Diäten in vielen Fällen nicht wesentlich.

Diätetische Maßnahmen und Bewegung sind daher nicht als alleinige Therapie des Lipödems zu verstehen. Sie können sinnvoll sein, um Begleiterkrankungen zu beeinflussen oder eine kombinierte Adipositas zu behandeln, ersetzen jedoch keine gezielte lipödemspezifische Therapie.

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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einem Lipödem?

Ich empfehle meinen Patient:innen zunächst eine konservative Therapie:

  • Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe Klasse 2, flach gestrickt, zeigen bei Lipödem Patient:innen die beste Wirkung
  • Intermittierende pneumatische Kompressionstherapie (Lymphomat ) eignet sich gut als Heimtherapie
  • Komplexe physikalische Entstauungstherapie und regelmäßige manuelle Lymphdrainage
  • Bewegungstherapie und Krankengymnastik
  • Psychosoziale Therapie und Diätberatung

Bringt die konservative Therapie keine Besserung, ist ein operativer Eingriff ratsam:

In diesem Fall handelt es sich nicht um eine kosmetische Liposuktion (Fettabsaugung), sondern um einen Eingriff, mit dem Ziel, Schmerzen deutlich zu reduzieren und damit die Lebensqualität zu verbessern.

Die Liposuktion ist eine symptomatische Behandlung, die in vielen Fällen die Beschwerden für viele Jahren lindert oder sogar komplett verschwinden lässt.

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Ablauf einer Lipödem Operation

Die Operation erfolgt unter lokaler Anästhesie oder Allgemeinanästhesie – je nach Fett-Absaugmenge und Patient:innenwunsch.

In einem ersten Schritt wird eine Tumeszenzlösung infiltriert (Lokalanästhesie mit Adrenalin-Lösung). Eine Tumeszenzlösung verhindert starke Blutungen und reduziert Schmerzen nach der Operation. Danach wird das Fett der betroffenen Areale abgesaugt.

Vibrationsassistierte Liposuktion

Die Liposuktion mit Vibration ist eine Weiterentwicklung der Tumeszenzliposuktion. Bei dieser Methode wird die Absaugkanüle in Vibration versetzt. Das Gewebe wird zuerst gelockert und dann abgesaugt. Diese Methode vereinfacht die Fettabsaugung und schont das Gewebe. Auch das Nachblutungsrisiko sowie das Risiko einer Lymphgefäßverletzung sind deutlich reduziert.

 

 

Aktuelle fachliche Informationen zum Lipödem im Blog

Operationsdauer: 1-2 Stunden

Arbeitsunfähig: 1-2 Wochen

Betäubung: Lokal oder Vollnarkose

Sport und harte körperliche Arbeit: 6 Wochen postoperativ

Langfristige Betreuung beim Lipödem

Die Behandlung des Lipödems ist in der Regel kein einmaliger Schritt, sondern ein langfristiger Prozess. Auch nach einer erfolgreichen operativen Therapie bleiben regelmäßige Verlaufskontrollen, eine angepasste Nachsorge und eine realistische Einschätzung der weiteren Entwicklung wichtig.

Ziel der Behandlung ist nicht eine vollständige „Heilung“, sondern eine nachhaltige Verbesserung der Beschwerden, der Funktion und der Lebensqualität. Abhängig vom individuellen Krankheitsverlauf können weiterhin begleitende Maßnahmen sinnvoll sein, etwa Bewegungstherapie, Kompression oder andere konservative Ansätze.

Häufig gestellte Fragen

Woran lässt sich ein Lipödem klinisch von Übergewicht oder Lymphödem abgrenzen?

Die Abgrenzung erfolgt anhand der typischen symmetrischen Fettverteilung, der Schmerz- und Druckempfindlichkeit sowie des klinischen Untersuchungsbefundes. Entscheidend ist die Gesamtschau der Beschwerden und nicht allein das Körpergewicht.

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Warum sprechen viele Lipödem-Betroffene nur unzureichend auf Diäten oder Sport an?

Das beim Lipödem vermehrte Fettgewebe reagiert anders als normales Fettgewebe. Gewichtsreduktion kann das Körpergewicht beeinflussen, führt jedoch häufig nicht zu einer wesentlichen Besserung der lipödemtypischen Beschwerden.

Welche Rolle spielen Stadien und Typisierung bei der Therapieplanung?

Stadien und Typisierung helfen, Ausprägung und Verteilung der Erkrankung strukturiert zu erfassen. Sie unterstützen die Therapieplanung, ersetzen jedoch nicht die individuelle fachärztliche Beurteilung

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Wann kann eine operative Therapie medizinisch sinnvoll sein?

Eine operative Behandlung kommt nur nach sorgfältiger Abklärung infrage und in der Regel erst nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen. Die Indikation hängt vom Beschwerdebild, dem Krankheitsstadium und der individuellen Situation ab.

Welche Erwartungen sind langfristig an die Behandlung des Lipödems realistisch?

Ziel der Behandlung ist eine nachhaltige Linderung der Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist meist ein langfristiges, individuell angepasstes Behandlungskonzept erforderlich.

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